Vorüberlegungen zur ICL Augenoperation

Wegen Kurzsichtigkeit wollte ich meine Augen nach 18jährigem Tragen weicher Kontaktlinsen operieren lassen.

Meine Gründe:

  • Mir gefiel die Brille nie, diese machte meine Augen optisch kleiner
  • Harte Linsen vertrug ich nicht, die weichen auch immer weniger
  • Ständiges Fremdkörpergefühl und trockene Augen
  • Wenn etwas ins Auge geriet (Hundehaare) stärkeres Empfinden
  • Eingeschränktes Sichtfeld beim Tragen der (sehr teuren) Brille
  • Sehschwäche von -6,5 und -7
  • Konservierungsmittel in normalen Pflegemitteln
  • Spülen mit einzeln abgepackter Salzlösung kosten- und müllintensiv
  • Linsenutensilien und Brillenmitnahme auf Reisen unpraktisch
  • Abhängigkeit von Sehbehelfen
  • Laufende Kosten

An und für sich hätte ich mir gerne eine ReLEx Smile Laser Operation machen lassen, doch dafür war meine Hornhaut zu dünn. Schlussendlich bin ich sehr froh, da ICL meiner Meinung nach einige Vorteile haben:

  • Sie sind reversibel, ICL können wieder entfernt-, bzw. neue eingesetzt werden
  • Im Alter kann eventuell ein Linsentausch erfolgen
  • Die Augenoberfläche bleibt unberührt, späteres Linsentragen sollte möglich sein
  • Bisher scheinbar wenige postoperative Komplikationen, Schnittstelle nur 3mm
  • Weniger Lichtempfindlichkeit als nach einer Laser OP
  • ICL haben eine Lebensdauer von 80 Jahren. Das reicht.

Was mir davor zu denken gab, als ich akribisch recherchierte und mich beraten ließ:

  • Die Tatsache, dass ich unterschreibe, die Risiken gelesen zu haben. Dort stand, dass mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 0,1% (1:1000) die Gefahr einer Erblindung besteht. Ich las, dass eine Person von 1000 erblinden würde und fand das sehr, sehr häufig. Hier wurde ich mit der Info beruhigt, dass weltweit noch kein solcher Fall bekannt ist.
  • Die Gefahr von erhöhtem Augendruck ist gegeben. Diesen kann man laut Arzt jedoch gut behandeln, wenn man ihn regelmäßig kontrollieren lässt. Alle 6 Monate.
  • Eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass die eigene Linse sich eintrübt. Die Wahrscheinlichkeit eines Katarakts ist bei hochgradig kurzsichtigen Menschen allgemein höher, als bei normalsichtigen. Der Arzt achtet außerdem, dass die ICL genug Platz in der Vorderkammer hat und die eigene Linse nicht berührt wird. Sollte es dazu kommen, kann man die versehrte Linse gegen eine künstliche austauschen lassen (wie beim grauen Star). Die Grauer Star OP ist mittlerweile Routine, mit so gut wie keinen Komplikationen.
  • Sorgen, ob ich bei der Voruntersuchung wohl alles richtig vermittle, oder mir eine falsche Linsenstärke eingesetzt Hier erfolgt die Ermittlung auf drei Arten: subjektiv, objektiv und zusätzlich entscheidet der Chefarzt aufgrund der Befunde und seiner Erfahrung.
  • Erhöhte Gefahr der Netzhautablösung: Dieses Risiko besteht. Jedoch wurde mir auf Nachfrage gesagt, dass sich dieses zum voroperativen Augenzustand nicht unterscheidet. Bei einem stark kurzsichtigen Auge ist diese allgemein höher.
  • Möglichkeit einer verschlechterten Sicht bei Dämmerung und im Dunkeln. Bei mir eingetreten. Im Gegensatz zu früher ist der Komfort insgesamt jedoch so viel besser, dass mich das kaum stört.
  • Irritation, dass bei Laserbehandlungen die Risiken sich bei weitem nicht so erschreckend lesen, als bei ICL. Wo doch ICL als die sicherere Variante gilt. Hier wurde mir gesagt, dass die Zufriedenheit der operierten PatientInnen bei nahezu 100% liegt und es in gewählter Klinik noch nie zu schwerwiegenden Komplikationen gekommen sei. Da es sich hierbei aber, anders als beim Laser, um einen Eingriff ins innere Auge handelt, die Risiken allgemein größer seien.

Dazu kamen meine persönlichen Zweifel und die Frage, ob es überheblich und undankbar ist, mit durchaus korrigierbarer Sehstärke solch eine OP durchführen zu lassen. Unter Zuhilfenahme von Kontaktlinsen sah ich ja einwandfrei. War es das Risiko wert?

Zunehmende Beschwerden und die Tatsache, dass ich insgesamt größtmöglich unabhängig sein wollte, haben zu meiner Entscheidung geführt, die OP durchführen zu lassen.

Auswahl der Klinik:

  • Mein Augenarzt riet zu einer Klinik, die bereits Routine auf dem Gebiet hat und Eingriffe laufend durchführt.
  • Ich wählte eine Klinik in Bratislava aufgrund der Erfahrung bereits zahlreich durchgeführter Operationen. Die deutlich günstigeren Kosten sollen mit wesentlich geringeren „Betriebskosten“ in der Slowakei zusammenhängen.
  • Als mir ehrlich gesagt wurde, dass meine Hornhaut zu dünn ist und ich nur über die Möglichkeit einer ICL informiert- und nach Hause geschickt wurde, vertraute ich der (deutschsprachigen) Ärztin automatisch.
  • Die Klinik bietet alle gängigen Methoden an und operiert nicht, wenn ein Risiko besteht. Die Erfahrung machte eine Kollegin, die nicht behandelt wurde.

Den Ablauf und meine Erfahrungen mit der ICL gibt es im nächsten Beitrag.

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