Meine Regeln. Lieben Pfotengruß, Hanni

Beim Lesen von Shivas Gesetzen habe ich mich erstmals verstanden gefühlt. Scheinbar gibt es da draußen weitere Wesen wie mich, deren Regeln unbeachtet bleiben. Lasst uns zusammen für unsere Bedürfnisse einstehen!

 

Morgenritual

Morgens ist das so eine Sache. Bezüglich Aufstehzeit kann ich mich da wirklich nicht festlegen. Kommt ganz auf am Vortag Geleistetes und meinen daraus resultierenden Müdigkeitsgrad an. Manchmal stehe ich jedoch einfach ohne speziellen Grund später auf. Weil ich es kann. Nach dem üblichen Morgenritual mit anschließendem Futti, ist für eine weitere Mütze voll Schlaf zu sorgen. Da mein Frauchen unbedingt vor dem Verlassen des Hauses mit mir im Garten spielen muss, ist mir gutes Zeitmanagement extrem wichtig.

 

Alleine bleiben

Dieser Punkt ist mir wirklich äußerst lästig, denn ich möchte meine Leute ständig um mich haben. Das ist ja wohl auch das Mindeste. Zugegeben: meistens schlafe ich tief und fest und genieße die störungsfreie Zeit. Doch darf ich nicht vergessen, zeitweise ein wenig zu protestieren. Ein bisschen schlechtes Gewissen ist meiner Meinung nach durchaus angebracht. Außerdem soll stets klar sein, dass vier Stunden Abwesenheit die Grenze ist. Besser nur zwei. Eine. Oder Kuscheln. Kuscheln ist mir lieber.

 

Leinenführigkeit

Das ist ja mal was. Schon früh wurde mir eine Leine drangehängt, aber cool fand ich das noch nie. Wenn ich an der Leine ziehe, heißt das, dass ich wo hinmöchte. Dann passen mir Tempo oder Richtung nicht. Keineswegs heißt es, dass ich stehen bleiben will. Meine Demonstration eines plötzlichen Satzes nach vorne, soll ab und an meine unbändige Kraft klarmachen. In Wahrheit habe ICH hier die Macht. Die lockere Leine ist ein Entgegenkommen meinerseits und möchte mit ausreichend Freilauf belohnt werden.

 

Begrüßungsritual

Wenn ich jemanden mag, dann zeige ich das. Ich habe verstanden, dass ich Frau- und Herrchen nicht anspringen soll. Doch das betrifft ja nur die beiden. Ich erkenne eindeutig große Freude, wenn ich andere liebgewonnene Zweibeiner ordentlich begrüße. Vor allem, wenn meine Patentante Bibi kommt. Wegdrehen und Ignoranz enttäuschen mich. Solch drastische Maßnahmen sind unzumutbar. Ab und an sind die Ohren bekannter Menschen ganz schön schmutzig, weswegen ich diese liebevoll und gründlich reinigen muss. Was zuzulassen ist.

 

Impulskontrolle

Okay, im Garten warte ich nach einem Wurf brav auf das Kommando, mein Spielzeug holen zu dürfen. Doch draußen gelten andere Regeln. Manchmal möchte ich einfach sofort losfetzen und nicht daran gehindert werden. Diese neue Angewohnheit, mich sicherheitshalber festzuhalten, ist völlig inakzeptabel und muss sofort eingestellt werden. Es sollte mir vertraut werden, dass ich schon weiß, was angebracht ist.

 

Klettern, Springen, Schwimmen

Diese Dinge möchte ich nach Belieben durchführen. Am besten exzessiv. ICH entscheide, wann die richtige Zeit dafür ist. Begrenzung ist nicht mehr nötig, meinen Gelenken geht es gut. Weiters weiß ich was ich tue, wenn ich auf Felsen klettere oder aus gewisser Höhe abspringe. Rufen ist in einer solchen Situation völlig unangebracht und könnte mich sogar aus dem Gleichgewicht bringen. Wenn sich meine Leute entfernen, folge ich ihnen ohnehin. Meistens. Pfote drauf. Die widerliche Gartenschlauch- Dusche nach dem Baden ertrage ich nur, wenn ich ordentliche dafür entschädigt werde. Denn ICH mag Sumpfgeruch.

 

Hinterlassenschaften

Meine Leute können mich unterwegs noch so oft an „Lulu“ und „Kaka“ erinnern, den Zeitpunkt bestimme ich selbst. Manchmal möchte ich einfach warten, bis wir zuhause sind und ich meine Geschäfte im Garten erledigen kann. Die Qualität des Rasens war sicher niemals besser, auch wenn Frau- und Herrchen anderes behaupten.

 

Ohren reinigen

Das ist ja wohl das Schlimmste was mir bisher angetan wurde. Da habe ich lieber Ohrmilben. Man darf mir gerne in die Ohren schauen, diese, wenn unbedingt nötig, auch ein wenig putzen. Doch etwas hinein tropfen? Wie grausam können Menschen denn sein? Natürlich muss mir die Flucht ermöglicht werden. Ich schüttele mich und wälze mich aus schierer Verzweiflung auf dem Boden. Daran ist nichts lustig. GAR NICHTS.

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