Unser derzeitiger Umgang mit Freilauf

Mein pubertärer Hund soll weder jemanden stören, noch sich selbst oder andere in Gefahr bringen. Das bei genug Freiraum und Bewegung. Ähem, ja klar…

Wie in meinem Beitrag zu lesen, ist Hanni schon mal Rehen hinterher. Kurz danach gab es ein Erlebnis mit einem Hasen. Ich grad: “Ach, SO ist ein Spaziergang entspannt”, da springt plötzlich ein Feldhase hoch und Hanni ohne zu zögern hinterher. Bis ans Ende der Schleppleine. Erste Bestätigung für die Wichtigkeit ebendieser. Nach den großen Feldern wäre übrigens die Autobahn gewesen. Hunde werden laut Trainerin auch beim Jagen immer besser, scheinbar auch schneller. Hanni hat also echt gut gelernt, dass Nachlaufen Spaß bringt. Genau das, was nicht passieren sollte.

Nun folgende Ausgangslage: Ich habe eine potenzielle Jägerin. Eine, die auch gerne zu anderen Hunden- und eventuell auch zu Kindern hin will. Was natürlich GAR nicht geht. Vor allem wenn man bedenkt, dass einige Menschen Angst vor Hunden haben und ein freilaufender Artgenosse auch nicht zu angeleinten hinzulaufen hat. Die Verantwortung liegt meiner Meinung nach bei uns, auf unsere fellige Begleiterin stets Einfluss zu haben. Das klappt noch nicht verlässlich und es steht noch viel Arbeit bevor.

Hanni ist also seit zwei Monaten an der Schleppleine. Nur bei den mittlerweile seltenen Hundewiese Besuchen, oder wenn wir Hundekumpels auf der großen Wiese treffen, darf sie frei laufen. Ich renne auch gemeinsam mit ihr, mache Laufspiele etc., damit sie sich mal schnell bewegen kann. Sie dürfte eine Sprinterin sein, denn anders als erwartet verfällt sie recht schnell von selbst wieder in langsamen Trab. Schon öfters wollte ich noch Gas geben, wo sie schon wieder ruhig schnuppern wollte. Das beruhigt mich einerseits, andererseits find ich die Freiheit von freilaufenden Hunden natürlich unschlagbar.

Gestern habe ich eine Einzelstunde bei meiner Trainerin genommen. Wir haben das Signal “Stop” geübt und danach hat sie sich unser “Team Schleppleine” angesehen. Hanni kam, wenn ich sie gerufen habe und ich sollte sie dann ableinen. “Jetzt stressen wir dein Frauchen mal”. OHA! Erster Freilauf seit Monaten! Unerwarteter Weise kam ich sofort wieder in den bekannten Modus, wir gingen einfach weiter und Hanni blieb in angemessenem Radius. Wie früher. Hach. Ich war stolz wie Bolle. Das hat mir wieder Mut gemacht, denn entgegen jeglicher Logik hatte ich die Befürchtung, dass Hanni sofort abhauen würde. Nicht eingetreten.

Das ändert nun nichts an der Schleppleine, denn nicht immer kommen wir auf wirklich toll einsehbare Wiesen oder Felder. Mir gibt es jedoch wieder starken Auftrieb, dran zu bleiben. Irgendwann kann ich sie wieder an mehreren Orten ohne Leine laufen lassen.

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