Wie teuer ist billig? Tausche Zeugs gegen Hochwertigkeit!

Viel unterschiedliches Zeug liegt bei mir rum. Gekauft, weil ich mich vor hochwertigen, teureren Anschaffungen meist drücke. Ich sehe aktuelle Ersparnis. Kurzsichtig?

Natürlich macht es einen Unterschied für eine Handtasche 200€ auslegen zu müssen, als um 40€ eine neue mal eben so mitzunehmen. Schon in der Jugend fiel mir die Auswahl schwer. Einfache, schlichte Dinge ohne viel Bling Bling, DIE möchte ich. Seit 15 Jahren suche ich beispielsweise einen normalen schwarzen Rock. Sollte machbar sein? Mitnichten. Einige schwarze Röcke wurden trotzdem in dieser Zeit gekauft, man mag sich ausrechnen, wie oft sie getragen wurden.

Mein Konsumverhalten passt mir seit längerem nicht. Schäme mich sogar dafür. In diesem Beitrag lasse ich Ernährung mal außen vor, Dinge des täglichen Gebrauchs sprengen schon beinahe den Rahmen.


TASCHEN

Privat trage ich Handtaschen, beruflich einen Rucksack. Da ich vor einem Jahr auf eine recht schicke, rückenschonende Version umgestiegen bin (ich arbeite mobil, schleppe Dinge wie Kalender, Wasserflasche, Glas-Essensbehälter und all das Übliche mit mir rum), nutzen sich die Taschen etwas weniger schnell ab. Länger als zwei Jahre haben bei mir Kunstleder Taschen jedoch noch nie gehalten. Außer natürlich die, die kaum getragen wurden und im Schrank Platz weg nehmen. Weiters nahm ich aus Liebe zu den Produkten meist über längere Zeit sich auflösende Riemen in Kauf. Nicht gerade schick.

Selbst im überblickbaren Zeitraum der letzten zweieinhalb Jahre fielen einige Taschenkäufe an. Ich mag es, wenn Schuhe, Tasche und Gürtel zusammenpassen. Dies zu erreichen, ist gar nicht so einfach, wie man meinen möchte. Folgende sind meine Schuhfarben: Grau, Braun, Schwarz.

Rot (30-40€) habe ich auch zu bieten. Leider. In Wien hat mich eine junge Passantin jahrelang an ihre roten Schuhe mit passender Tasche denken lassen. Als ich zufällig Boots von Mustang fand, musste natürlich auch der Rest dazu besorgt werden. Überflüssige Investitionen (insgesamt 90-100€)! Seltenst getragen, da sich für mich Rot einfach als zu aufdringlich herausstellte. Fehlkauf. Lehrgeld.

Meine hellbraune Tasche (etwa 20€) wurde spärlich benutzt, weil sie leider viel zu hell ist für die Schuhe, zu denen sie eigentlich passen sollte. Quasi ein teures Schnäppchen aus Berlin. Die graue Tasche (etwa 40€) passt gut zu zwei Paar Schuhen, ist leider mittlerweile abgetragen und wird aussortiert. Die Stofftasche habe ich in Thailand gekauft (etwa 3€), sie ist langlebig und kommt bei mir im Sommer zum Einsatz. Die Baumwolltasche (etwa 15€) ist praktisch, groß und wird nun wieder öfters getragen. Ehrlich gesagt hatte ich sie vergessen. Der Rucksack aus München (25€) vereint alle meine Farben und wäre perfekt…wenn nicht zu klein. Es folgte tägliches Ärgern und Dinge rein quetschen. Das steht nicht dafür.

Die abgebildeten Taschen haben also einen Wert von etwa 140€. (Mit Fehlinvestition für Schuhe und Gürtel 200€!.) Im Avocadostore habe ich eine ÖkoLeder Tasche von manbefair um 149€ gefunden. In Schwarz, was quasi immer passt, da sich die Anzahl meiner Schuhe in dieser Farbe erhöht hat. Eine braune, superschicke Tasche gibts sogar um 139€. Für lediglich ein Paar braune Schuhe leider übertrieben. Nachdem ich die Taschen abgetragen oder verkauft habe, werde ich mir eine solch hochwertige und fair produzierte Version kaufen und sie eventuell in meinen Farben etwas aufhübschen. Hierbei denke ich an Anhänger, damit die Tasche beispielsweise auch zu meinen grauen Schuhen passt.

Fazit: Wenn ich die eine, langlebige Tasche um mehr Geld kaufe, spare ich auf längere Sicht! Nämlich alle jene Taschen, die ich mir dazwischen kaufe und die kaputt gehen oder doch nicht richtig passen. Ich rechne mit einer möglichen Benutzung von über zwei Jahren.

Lektion: Eigenes Farbschema finden und darin bleiben. NUR solche Dinge kaufen, sonst liegen sie ohnehin im Schrank. Ein bis zwei gute Taschen bedeuten weniger Umräumen, mehr Platz im Kasten…und dass die mir lieb gewonnen Produkte nicht so schnell ersetzt werden müssen. Spart auch Zeit. Zeit ist kostbar.


SCHUHE

Als treue Seele trage ich Schuhe (außer die roten) wirklich bis zum Ende. Ab und an pflege ich sie, damit sie länger halten. Wenn mir Schuhe gefallen UND bequem sind, sind sie leider oft schnell hinüber. Ich habe besagte braune Schuhe etwa 2 Jahre immer mal wieder getragen. Sie waren nicht teuer und sind aus Kunstleder. Seit drei Jahren stehen sie im Schrank, da sie vorne schon sehr angegriffen sind. Auch eine Paste hilft nicht mehr. Mein Vorhaben war, zu einem Schuster zu gehen und zu fragen, ob er da etwas retten kann. Doch kostet das wahrscheinlich mehr als die 30€ Schuhe.

Meine Herbstschuhe (40€) trage ich nun seit zwei Saisonen und gleiches Problem tritt in ersten Ansätzen auf. Da wo man den Schuh öfter mal abknickt, wird das Material schwach. Auch diese Schuhe liebe ich und finde den Verschleiß schade! Gute Winterschuhe habe ich mir vor etwa fünf Jahren gekauft (120€). Sie sind nicht die schicksten, doch aus Echtleder, sehr warm wegen tollem Wollfutter, hochwertig und haben noch keinerlei Abnutzungserscheinungen. Werden aber auch nur bei starker Kälte und/oder Schneefall getragen. Meine Outdoorschuhe lösten sich nach mehr als sieben Jahren Tragedauer auf und wurden gegen Jack Wolfskin (70€) ersetzt. Gutes Schuhwerk ist vor allem jetzt mit Hund wichtig. Zufrieden bin ich auch mit meinen 7cm Tamaris Winterstiefeletten (60€?). Wurden die letzten Jahre über viel getragen und sehen immer noch neu aus, trotz hellgrauer Farbe!

*ja, die Schuhe sind nicht geputzt. Erwischt.

Fazit: Echtlederschuhe oder gute Kunststoffschuhe- am besten aus nachhaltiger, fairer Produktion- lohnen sich. Vor allem sollten diese länger als zwei Saisonen halten. 


KULTURBEUTEL

Bereits zwei Kulturbeutel habe ich in den letzten 15 Jahren verschlissen. Gegen Ende war jeder davon bereits sehr mitgenommen und hätte eigentlich bereits früher das Zeitliche segnen sollen. Die Materialien waren dünn, einer bekam sogar mal ein Loch und die Taschen waren immer etwas zu klein. Es musste also mal was Hochwertigeres her, als die Billigtaschen aus der Drogerie.

Jack Wolfskin, 5 Liter, (20€) wurde es dann. Die Verarbeitung erscheint mir gut, die vielen Innentaschen sind äußerst praktisch und ich bin begeistert. Kostet eventuell das Doppelte, hält nun vielleicht über 15 Jahre. 1,5 Jahre sind es schon und er sieht noch aus wie neu.

Fazit: Jederzeit wieder gerne das Doppelte ausgeben. In diesem Fall jedoch trotzdem keine große Investition. Glücksgriff.


WASSERKOCHER

In meiner ersten Wohnung war bereits einer vorhanden, für die zweite kaufte ich mir um 30-40€ einen Moulinex. Dieser stand aus Platzgründen neben dem Herd, wurde ständig mit Fett bespritzt und als die Plastikdiskussion präsenter wurde, wollte ich auch entsprechenden Deckel und Sieb nicht mehr tolerieren. Nach mühevoller Reinigung habe ich ihn einer Freundin gegeben.

Dann habe ich mir einen Wasserkocher bei Ottoni bestellt. Kostenpunkt 82€ klingt erstmal viel. Er ist nun aber schon etwa 4 Jahre in unserem Hausrat, lässt sich gut reinigen, pflegen, ist zuverlässig und nicht allzu laut. Aus hochwertigen Materialien und das Wasser kommt nicht mit Plastik in Kontakt. Bei der Bestellung konnte ich um kostenlosen Austauschs des Plastiksiebes in eines aus Edelstahl bitten. Ganz nebenbei unterstützt man mit so einer Bestellung einen kleinen Betrieb und keine großen Konzerne.

Fazit: Etwas mehr als doppelt so teuer, hält er nun jedoch schon länger als der Alte und sieht Immer noch super aus. (Steht allerdings auch nicht mehr neben dem Herd). Die Materialien fühlen sich hochwertiger an.


KAFFEE”MASCHINE”, FRENCH PRESS

Kaum Kaffee trinkend, waren Geräte in diese Richtung eher für Gäste gedacht. Meine damalige Mitbewohnerin brachte eine Espressomaschine mit, in meiner zweiten Wohnung hatten wir für Anlässe eine alte Filtermaschine, die mein Freund stellte. Irgendwann wollte ich jedoch auch zuhause mal unkompliziert einen Kaffee trinken und habe mir eine Kapselmaschine gekauft. War um die Hälfte reduziert (50€). Von Anfang an waren mir die Kapseln eigentlich zuwider, auch hier habe ich wieder mal gespart, statt zu einem Vollautomaten zu greifen.

Eine neue Lösung musste her, als die Maschine nach etwa drei Jahren ihren Geist aufgab. Da sich eine große Investition bezüglich Kaffee bei mir nicht lohnt, habe ich recherchiert. Im Büro wurde ich zu einer French Press inspiriert, der Kaffee schmeckt mir und das Ding braucht wenig Platz. Unser Farbtschema Edelstahl/Schwarz im Auge, habe ich etwas Passendes gesucht. Glas war günstig, da ich den Behälter nach Benutzung jedoch gleich ausspülen möchte, wollte ich keinen Glasbruch riskieren. Das Gerät von Andrew James hat mich mit Versand an die 36€ gekostet. Doppelwandiger Edelstahl kommt schick daher, hält warm, ist langlebig und der Liter Fassungsvermögen reicht bei uns auch für Familienfeiern. Selbst auf Reisen mit dabei und allzeit bereit für meinen Biokaffee. Hält nun schon zweieinhalb Jahre und kann (meiner Einschätzung nach) gar nicht kaputt gehen.

Fazit: Hier ist die nachhaltige Lösung bei Weitem günstiger gewesen, als der Vollpreis wahrscheinlich jeglicher Kaffeemaschine. Doppelt gespart, denn nun kann es auch zu keinen technischen Fehler mehr kommen und es gibt keinen Elektroschrott.

 

…to be continued…

 

 

 

2 Kommentare bei „Wie teuer ist billig? Tausche Zeugs gegen Hochwertigkeit!“

  1. Wie recht du doch hast!
    Danke für diesen Artikel. Ich werde mir nun tatsächlich überlegen einen dritten billigen Handmixer innerhalb kürzester Zeit zu kaufen oder vielleicht doch lieber einen teuren, der dann auch länger hält 😉 Hat mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht! Danke dafür.

    1. Oh danke, das freut mich! 🙂 Wow, schon drei…diesbezüglich habe ich Glück, weil ich einen Second Hand bekommen habe. Dieses Gerät war vor vielen, vielen Jahren mal teuer und hält immer noch! Viel Erfolg bei der Suche! Lieben Gruß, Jule

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